29 Mai '08 - 413 W - + 22 - 17
Gottesdienst am Sonntag den 20.04.2008
in der Kirche der JVA Tegel
Das Diakonische Werk gestaltete am Sonntag den 20.04.08 einen Gottesdienst in der JVA Tegel.
Der Anlass :
In diesem Jahr wäre Johann Hinrich 'Wichert 200 Jahre alt geworden.
Als Seelsorger hatte er, die auch für damalige Verhältnisse unhaltbaren Zustände, in den Gefängnissen gesehen. Als Gefängniswärter fungierten damals altgediente Soldaten. Entsprechend war dessen Umgangsweise mit den Insassen.
Vor 150 Jahren gründete Wichern deshalb den Johannisstift in Spnadau und eine ähnliche Anstalt in Hamburg.
Ziel der beiden Anstalten war, den Gefängniswärten den christlichen Glauben näher zu bringen, und diese damit zu einem humaneren Umgang mit den Gefangenen zu veranlassen.
Wie wir ja nun leider alle wissen, ist Wichern mit seinem Bemühen gescheitert.
Heute beschäftigt der Johannesstift vor allen Dingen mit der Behinderten - und Altenpflege.
Trotzdem sah sich das Diakonische Werk veranlaßt, das wirken von Johann Wichern mit einem Gottesdienst in der JVA zu würdigen.
Diese Würdigung veranlaßte den Deutschlandfunk und die Deutsche Welle diesen Gottesdienst als Aufzeichnung am Sonntag den 27.04.08 weltweit zu übertragen.
Das besondere an diesem Gottesdienst war,das Insassen aktiv an der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt waren.
Neben dem Gefangenenchor konnten drei Insassen der JVA Tegel ein sogenanntes Votum, und dies unzensiert, selbst gestalten.
Gemeinsam mit dem Anstaltspfarrer brachten die Gefangenen später noch Fürbitten für die Insassen, die Beamten und Ihren Familien, Freunden und Bekannten vor.
Aus meiner Sicht eine sehr gelungene Veranstaltung.
Bedauerlich nur, das die Beamten der Teilanstalten V und VI es nicht geschafft haben, die dortigen Insassen rechtzeitig zuzuführen, sodaß diese nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten.
Bedauerlich auch, daß der ursprüngliche Plan, das interressierte Zuhörer nach Ende der Übertragung in der JVA Tegel anrufen und Fragen stellten konnten, nicht durchgeführt wurde.
Über die Gründe kann mann spekulieren.
Das es doch interressierte Zuhörer gibt, ist an der zahlreichen Post zu sehen, die inzwischen die JVA Tegel erreicht hat.
W.R.